Plansch-Stress-TestDie Tobefestigkeit der Pools testen für uns rund 25 Kinder, die den Reiterhof regelmäßig besuchen. Und wie Kinder so sind: Nicht immer benutzen sie ordnungsgemäß die Treppe, gerne klettern sie auch mal über den Beckenrand. Zwischendurch wird wild geplanscht.
Doch die Pools halten dem Ansturm stand, bis auf einen: ausgerechnet der vermeintlich robuste Stahlwand-Pool. Er weist nach drei Wochen schon heftige Dellen auf. Der Handlauf ist auseinander gebrochen. Schon jetzt steht also fest: Der Stahlwand-Pool ist nichts für Kinder. Am besten geeignet ist er wohl für sittsame Erwachsene, die zuvor auch noch eine ordentliche Betonplatte in den Garten gegossen haben.
FilteranlagenAlle Pools werden inklusive sogenannter Kartuschen-Filteranlage geliefert. Die sollen grobe Verschmutzungen aus dem Wasser entfernen: Blätter, Äste, aber auch Haare oder Hautschuppen. In den Anlagen stecken Papierfilter. Genormt sind sie nicht. Die Schwimmbad-Profis sind skeptisch. Ihrer Erfahrung nach kommen viele Kunden schon nach kurzer Betriebsdauer in die Poolzubehör-Läden, weil irgend etwas defekt ist. Und dann fangen die Probleme an.
Ersatzteile gibt es meistens nicht, einzig für die Anlage aus dem Econo-Pool werden Ersatz-Filter auch im Poolzubehör-Laden verkauft. Für den Filter des Stahlrahmenpools lässt sich Ersatz bestellen, bei Otto für zehn Euro. Aber für den QuickUp Pool wird es wohl schwer, neue Filter zu bekommen. Wer nicht nur einen neuen Filter, sondern eine ganze Filteranlage kaufen muss, erlebt die nächste böse Überraschung. Denn in einem normalen Poolzubehör-Geschäft gibt es nur Sand-Filteranlagen, und da kostet das billigste Modell schon um die 200 Euro. Es lohnt sich dennoch über eine solche Anschaffung nach zu denken, denn die mitgelieferten Kartuschen-Filteranlagen leisten viel zu wenig, selbst wenn sie voll funktionstüchtig sind.
WasserhygieneBakterien, Viren, Pilze und Sporen landen ganz unvermeidlich in einem Pool. Da das Wasser nicht ständig ausgetauscht wird, können sich die Krankheitserreger vermehren. Es muss also regelmäßig gechlort werden. Alexandra von Samson hat das mit allen drei Pools getan. Sie verwendete sogenannte Maxi-Chlor-Tabletten, die dem glücklichen Pool-Besitzer eigentlich ein sorgenfreies Leben verschaffen sollen.
Für Ratgeber Technik hat der Chemiker Dr. Hinrich Woldmann die Wasserqualität drei Wochen nach Aufbau überprüft. In der Zwischenzeit wurden die Becken nicht permanent genutzt. Oft war das Wetter zu schlecht oder das Wasser zu kalt. Aber schon ein paar Tage Sonnenschein und Kindergeplansche reichten aus, um die Pools bakteriologisch zu verunreinigen. Im Poolwasser wurden E. coli Bakterien nachgewiesen, Darmbakterien, die je nach Immunsystem schon mal einen ordentlichen Durchfall verursachen können. Dazu gesellten sich Pseudomonaden (Pseudomonas aeruginosa), die beispielsweise Ohrenentzündungen verursachen können.
Was hat Alexandra von Samson bloß falsch gemacht? Eigentlich nichts - so Hinrich Woldmann. Das Problem: den Billig-Pools fehlt eine der Wassermenge und Größe angemessene Umwälzanlage. Das Chlor verteilt sich nicht ausreichend im Becken. Die Krankheitserreger konnten sich prima vermehren. Das heißt nun nicht, dass jeder, der in den Pools badet, auch krank werden muss, aber je nach Immunsystem hat das Planschen möglicherweise unangenehme Nebenwirkungen.
FazitLuxus kostet: Wer einen stabilen, sauberen Pool haben möchte, der muss dafür richtig Geld hinlegen. Kescher, Chlor, Algenmittel, Wassertestgeräte, Bodenreiniger und Sandfilteranlage kosten ein Vielfaches des Pool-Anschaffungspreises.
Die Alternative: das gute alte Freibad. Denn öffentliche Bäder müssen - anders als private Pools - den strengen Richtlinien der DIN 19643 (Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser) folgen. Deswegen sind die Umwälzanlagen in solchen Bädern hinreichend dimensioniert, die Wasserpflege übernehmen Fachleute und die Wasserqualität wird laufend überprüft. Im Freibad trifft man vielleicht den ungeliebten Nachbarn, aber in der Regel kaum E. coli Bakterien oder Pseudomonaden.
Bericht: Annette Niemeyer
Sendung vom 23.06.2007 17:03 Uhr
http://daserste.ndr.de/ardratgebertechnik/archiv/haushalt_garten/t_cid-4071602_.html
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